MEINUNG: Freudenstadt – ein Grund zur Trauer?

Freudenstadt ist eine Stadt im Schwarzwald. Sie hat 25.000 Einwohner (die Zahlen variieren) und den größten bebauten Marktplatz Deutschlands. Sie ist Kurort, hat Thermen, Sportanlagen und natürlich Wald, viel Wald um sie herum.

Lehrer ist ein Beruf in Deutschland. Etwa 5000 neuen Lehrern standen etwa 800 Stellen gegenüber (die Zahlen variieren) und es sollen weitere 8000 Stellen abgebaut werden. Dieser sichere Beruf ist nicht so sicher – viele hangeln sich von Krankheitsvertretung zu Krankheitsvertretung.

Familie ist eine Lebensform in Deutschland. Zumeist fängt es bei zwei Menschen an, die sich lieben (die Zahlen variieren). In einer Familie macht man viel zusammen, natürlich wird auch gearbeitet, aber ansonsten geht man in die Natur, macht Sport oder erholt sich.

Die 30er sind ein Alter, in dem sich vieles verändert. Man fühlt sich älter (die Zahlen variieren), weil man nicht mehr jeden Woche – oder jeden Monat – in die Kneipe wandert. Die 30er korrespondieren mit einer bekannten Lebensform (Familie) und sind zumeist von einem Beruf geprägt (Lehrer).

Ja, ich bin 30er, Lehrer, habe eine noch aus nur zwei Menschen bestehende Familie und wohne bald in Freudenstadt.

Und wenn ich dies sage, dann folgt die Reaktion:

  • Dort ist es kalt.
  • Dort ist nichts los.
  • Dort ist weit weg.
  • Dort ist….

An alle, die mich mit dieser Reaktion erfreut haben. Lest nochmals den Text. Und dann freut euch für meine Frau und mich.

Denn Freudenstadt ist für uns wahrlich kein Grund zur Trauer!

P.S. Lustiger Weise hören diese Reaktion selbst bei denen Leuten nicht auf, die den Artikel schon gelesen haben. Ich komme aus dem Pott, ich habe jahrelang in einer Metropole gelebt, in der man dann doch in denselben Club gegangen ist. Glaubt mir, ich brauche keine große Stadt. Ich brauche meine Frau und etwas zum Schreiben.

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